Wer bei einer Wirtshauseröffnung mit einem gemütlichen Abend gerechnet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Theatergruppe unter der Leitung von Christine Steinwasser-Lingsminat brachte mit der rabenschwarzen Kriminalkomödie „Mord, streng biologisch“ einen ebenso spannenden wie urkomischen Theaterabend auf die Bühne und sorgte für zahlreiche Lacher im voll besetzten Saal.
Monatelang hatten unsere Schülerinnen und Schüler mit viel Engagement, Ausdauer und Liebe zum Detail geprobt. Entsprechend groß war das Lampenfieber kurz vor Beginn der Aufführung – doch bereits nach den ersten Szenen war klar: Die intensive Vorbereitung hatte sich gelohnt.
Die Zuschauer tauchten ein in ein Dorf voller skurriler Persönlichkeiten, geheimnisvoller Geschichten und herrlich schräger Dialoge. Zwei neue Wirte, die sich im Zeugenschutzprogramm verstecken, tragen plötzlich beide den Vornamen Klaus, stolpern über ihre neuen Identitäten und versuchen verzweifelt, das moderne Wirtshaus „Chill-out Place“ in einem traditionsbewussten Dorf zu eröffnen. Allein die Diskussionen darüber, ob es dort wohl nur Chili zu essen gebe oder was „Chill-out“ überhaupt bedeute, sorgten bereits für die ersten Lachsalven.
Unvergesslich blieben auch die herrlich überzeichneten Dorfbewohner: die tratschfreudige Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, die jedem Geheimnis auf den Grund gehen möchte, der Schreinermeister, der mit stoischer Gelassenheit immer wieder die Tischdekoration zerlegt, die resolute Oma Agathe mit ihrem kriminalistischen Spürsinn sowie die überzeugte Öko-Laden-Besitzerin Giselleein, deren selbstgebackene Kekse plötzlich unfreiwillig zum Gesprächsthema der Polizei werden. Für zusätzliche Turbulenzen sorgt die liebenswerte Metzgersgattin Kreszenzia Fleischeneder, die mit ihrer gutmütigen Art immer wieder zwischen die Fronten gerät. Mit viel Situationskomik ermitteln die beiden Polizistinnen Jenny Schwarz und Nicoletta Maier-Pocemsky, die sich von kuriosen Aussagen, haarsträubenden Verdächtigungen und jeder Menge Dorftratsch nicht aus der Ruhe bringen lassen. Der gutmütige Bürgermeister Theo Diener, der zwischen Gemeinderat, Ehefrau und den rätselhaften Ereignissen zunehmend den Überblick verliert. Als schließlich die Bürgermeistergattin vergiftet wird, geraten nach und nach sämtliche Dorfbewohner unter Verdacht – bis Oma Agathe mit ihrem Wissen über den giftigen Fingerhut den raffinierten Fall löst. Mit ihrem trockenen Schlusssatz „Fingerhut tut selten gut!“ setzte sie dem turbulenten Theaterabend die Krone auf.
Das Publikum bog sich während der gesamten Aufführung vor Lachen, spendete immer wieder Szenenapplaus und belohnte die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler am Ende mit lang anhaltendem, tosendem Applaus.
Wir durften zahlreiche Eltern, Großeltern sowie viele ehemalige Kolleginnen und Kollegen, frühere Schauspieler der Theatergruppe und ehemalige Schülerinnen und Schüler und schon deren Kinder begrüßen. Die große Resonanz zeigte einmal mehr, welchen Stellenwert der traditionelle Theaterabend genießt.
Wie in einer großen Familie durfte selbstverständlich auch das leibliche Wohl nicht fehlen. In bewährter Weise sorgte der Elternbeirat unter der Leitung seiner Vorsitzenden Elke Schindler für die Bewirtung der Gäste und trug damit wesentlich zu einem gelungenen Theaterabend bei.
Ein herzlicher Dank galt außerdem den Schulsanitäterinnen und Schulsanitätern, die den Abend vorsorglich begleiteten, sowie Hausmeister Tobias Dichtl. Bereits Tage vor der Aufführung krempelte er die Ärmel hoch und verwandelte mit viel handwerklichem Geschick den Aufenthaltsraum in einen Theatersaal. Durch die Sanierungsmaßnahmen kann der eigentliche Veranstaltungsraum nicht mehr genutzt werden, weshalb Bühne, Technik und Bestuhlung jedes Mal aufs Neue auf- und wieder abgebaut werden müssen.
Dabei wurde erneut deutlich, dass der neue Veranstaltungssaal von Beginn an deutlich zu klein dimensioniert wurde. Trotz zusätzlicher Bestuhlung reichten die Plätze kaum aus, um alle Besucherinnen und Besucher unterzubringen. Angesichts der seit Jahren hervorragend besuchten Schulveranstaltungen wäre ein größer dimensionierter Saal für eine Schule dieser Größe wünschenswert gewesen – eine Erkenntnis, die bei diesem Theaterabend einmal mehr sichtbar wurde.
Zum Abschluss bedankte sich Schulleiter Johann Müller herzlich bei Regisseurin Christine Steinwasser-Lingsminat, die mit viel Herzblut, Geduld und Kreativität erneut einen unvergesslichen Theaterabend auf die Beine gestellt hatte. Als Zeichen des Dankes überreichte er ihr einen Blumenstrauß. Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler erhielten als Anerkennung für ihren großartigen Einsatz eine süße Überraschung.
Nach diesem rundum gelungenen Abend war für viele Gäste schnell klar: Die Vorfreude auf den Theaterabend im kommenden Schuljahr ist bereits jetzt groß.
Sonja Aigner, VAe
Fotos honorarfrei: Lingsminat / Aigner









